Wie man sinnvoll in die Klimabilanzierung startet
Immer mehr Unternehmen wollen ihre Treibhausgasemissionen erfassen und ihren Corporate Carbon Footprint (CCF) berechnen. Doch der Einstieg in die Klimabilanzierung ist oft schwieriger, als es zunächst scheint:
Viele Organisationen beginnen direkt mit der Datensammlung – und verlieren sich dann schnell in endlosen Excel-Tabellen.
Dabei gilt: Wer ohne klares Ziel und System startet, riskiert, viel Aufwand zu investieren, ohne wirklich nützliche Ergebnisse zu erzielen.
In meiner Arbeit mit Kunden hat sich gezeigt, dass vier einfache, aber strukturierte Schritte den Einstieg deutlich erleichtern.
1 Motivation klären
Bevor Zahlen gesammelt werden, sollte klar sein, warum die Bilanz erstellt wird:
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Dient sie als Grundlage für Maßnahmen zur Emissionsreduktion?
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Wird sie für eine Zertifizierung benötigt?
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Oder geht es um die Berichterstattung (z. B. nach CSRD)?
Das Ziel bestimmt, wie tief und genau die Datenerhebung sein muss.
Eine Klimabilanz für die interne Steuerung darf pragmatischer aufgebaut sein als eine, die extern geprüft oder veröffentlicht wird.

2 Systemgrenzen festlegen
Im zweiten Schritt wird definiert, welche Standorte, Gesellschaften und Scopes einbezogen werden. Auch hier spielt auch die Motivation für die Erstellung der Klimabilanz eine wichtige Rolle. Wird die Bilanz freiwillig erstellt, gibt es hier größere Freiräume, als wenn z. B. im Rahmen eines Berichtsstandards feste Vorgaben einzuhalten sind.
3 Vollständigkeitsmatrix erstellen
Die Vollständigkeitsmatrix ist ein einfaches, aber sehr wirkungsvolles Werkzeug, um den Überblick zu behalten:
| Gesellschaft A | Standort 1 | Standort 2 | |
|---|---|---|---|
| Scope 1.1 – Stationäre Verbrennung | ✅ | ✅ | ❌ |
| Scope 1.2 – Mobile Verbrennung | ✅ | ✅ | ✅ |
| Scope 1.3 – Prozessemissionen | ✅ | ❌ | ✅ |
| … | ✅ | ✅ | ✅ |
Spalten = Gesellschaften und Standorte
Zeilen = (Sub-)Scopes bzw. Emissionskategorien
So wird auf einen Blick sichtbar, wo Daten fehlen – und man kann den Fortschritt bei der Datenerhebung leicht nachverfolgen.
4 Verantwortlichkeiten festlegen
Wer liefert welche Daten – und bis wann?
Klare Zuständigkeiten sparen später Zeit und Rückfragen.

Fazit: Mit Struktur zum Erfolg
Mit diesen vier Schritten entsteht eine solide Basis, auf der sich die eigentliche Analyse und Maßnahmenentwicklung effizient aufbauen lassen. Wer systematisch vorgeht, legt damit den Grundstein für eine fundierte Klimastrategie – und kann sich auf das konzentrieren, was wirklich zählt: Emissionen reduzieren und Fortschritt messbar machen.
Möchten Sie Ihre Klimabilanz pragmatisch, vollständig und nutzenorientiert aufsetzen? Ich unterstütze Sie dabei, den Aufwand ins richtige Verhältnis zum Nutzen zu setzen – und schneller zu den Maßnahmen zu kommen, die wirklich Wirkung zeigen.

